Senkrecht oder aufgeständert?
Die meisten Balkonkraftwerke hängen senkrecht am Geländer, weil es dort nun einmal am einfachsten geht. Das kostet rund ein Drittel Ertrag gegenüber einer aufgeständerten Montage. Trotzdem ist es selten die wichtigste Stellschraube – der Eigenverbrauch schlägt die Ausrichtung deutlich.
Alle Kombinationen, 800 Watt-Peak
Grundlage sind 950 Kilowattstunden je Kilowatt-Peak bei optimaler Ausrichtung in Deutschland. Angegeben ist der Jahresertrag in Kilowattstunden.
| Ausrichtung | Aufgeständert, etwa 30 Grad | Leicht geneigt, etwa 15 Grad | Senkrecht am Geländer |
|---|---|---|---|
| Süden100 % vom Optimum | 760 kWh3 Jahre bis Amortisation | 707 kWh4 Jahre bis Amortisation | 532 kWh5 Jahre bis Amortisation |
| Südost oder Südwest90 % vom Optimum | 684 kWh4 Jahre bis Amortisation | 636 kWh4 Jahre bis Amortisation | 479 kWh5 Jahre bis Amortisation |
| Osten oder Westen75 % vom Optimum | 570 kWh4 Jahre bis Amortisation | 530 kWh5 Jahre bis Amortisation | 399 kWh6 Jahre bis Amortisation |
| Norden40 % vom Optimum | 304 kWh8 Jahre bis Amortisation | 283 kWh8 Jahre bis Amortisation | 213 kWh10 Jahre bis Amortisation |
- SpanneZwischen der besten Kombination (Süden, aufgeständert: 760 kWh) und dem typischen Balkonfall (Süden, senkrecht: 532 kWh) liegen 228 Kilowattstunden im Jahr, also rund 59 €.
- NordenNach Norden ausgerichtet bleiben je nach Montage nur 40 Prozent oder weniger übrig. Das rechnet sich in der Regel nicht – und ist der einzige Fall, in dem man ein Balkonkraftwerk besser lässt.
Eigenverbrauch schlägt Ausrichtung
Eingespeister Strom wird bei Stecker-Solaranlagen in der Regel nicht vergütet. Nur was im Haushalt verbraucht wird, spart Geld. Dieselbe Anlage, Süden, senkrecht am Geländer, bei unterschiedlichem Eigenverbrauch:
| Eigenverbrauch | Selbst genutzt | Ungenutzt ins Netz | Ersparnis je Jahr | Amortisation | Ertrag nach 20 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|
| 50 % | 266 kWh | 266 kWh | 98 € | 6 Jahre | 1.791 € |
| 60 % | 319 kWh | 213 kWh | 118 € | 5 Jahre | 2.268 € |
| 70 % | 372 kWh | 160 kWh | 138 € | 5 Jahre | 2.744 € |
| 80 % | 426 kWh | 106 kWh | 158 € | 4 Jahre | 3.230 € |
- VergleichVon 50 auf 80 Prozent Eigenverbrauch zu kommen bringt mehr als die beste Ausrichtung bei schlechtem Eigenverbrauch. Und es kostet nichts außer Gewohnheit.
Was den Eigenverbrauch hebt
- 01
Große Verbraucher in die Mittagszeit legen
Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner laufen bei den meisten Haushalten abends. Wer sie per Zeitschaltung auf die Mittagsstunden legt, verschiebt genau die Last dorthin, wo die Anlage produziert.
- 02
Grundlast kennen
Kühlschrank, Router, Standby-Geräte ziehen rund um die Uhr Strom. Liegt diese Grundlast bei 150 Watt, wird ein großer Teil der Erzeugung ohnehin automatisch verbraucht. Wer sie kennt, kann die Anlagengröße sinnvoll wählen.
- 03
Ost-West statt Süd erwägen
Zwei Module nach Osten und Westen liefern in Summe weniger als nach Süden, verteilen den Ertrag aber über den Tag statt ihn mittags zu konzentrieren. Bei niedriger Grundlast kann das den Eigenverbrauch stärker heben, als die Ausrichtung ihn senkt.
- 04
Speicher nüchtern rechnen
Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch deutlich, kostet aber oft mehr als die Anlage selbst. Bevor man ihn kauft, sollte die Anlage ohne ihn amortisiert sein – sonst verschiebt man die Rechnung nur.
Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus demselben Rechenkern wie die Rechner und beruhen auf offengelegten Annahmen. Stand: 2. August 2026. Sie ersetzen keine Energieberatung.
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